Another paradise.
 
 Was ist Liebe? Ein Chemiecocktail: Tausende von Glückshormonen, Endorphinen und anderen Glücklichmachern rasen in gefühlter Lichtgeschwindigkeit durch das Blut, strömen durch die Venen, die Herzkammern und landen letztendlich im Gehirn. Dort wandelt sich dieser Chemiecocktail in ein Gefühl, das für ein Flattern im Bauch sorgt, für Nervosität und letztlich zu dem, was wir alle so sehr mögen: Der Sehnsucht nach einem bestimmten Menschen im Leben.
 
 Viele Menschen sehen dieses Bindung in dem klassischen Bild: Ein Mann gehört zu einer Frau, sie heiraten, bekommen zwei Kinder, bauen ein Haus, pflanzen einen Baum....Ja ne, is klar! Wenn man die Augen aufmacht, sieht man, dass heutzutage die Familienbilder längst sich gewandelt und verändert haben: Scheidungskinder, alleinerziehende Väter oder Mütter, Patchworkfamilien, Adoptivkinder. Wir leben in einem Spektrum, in dem es das Normbild der 50er schon längst nicht mehr gibt. Warum also wird der Blick so verengt, dass allein Männer auf Frauen fokussiert sind und andersrum?
 
 Zugegeben, es hat wirklich einige Zeit bei mir gebraucht. Ich fand es schon zu Grundschulzeiten seltsam, dass man nun unbedingt Jungs süß finden muss. Ich spielte lieber mit den Freunden meines Bruders, machte mich gern dreckig und war sprichwörtlich ein Mädchen, dass sich eben mehr wie ein Junge benahm. In der Pubertät dann der kategorische Rückzug, die Selbstfindung. Ich verstand immer noch nicht das Prinzip des Anhimmelns von Boybands, konnte nicht nachvollziehen, dass man Schauspieler wie Brad Pitt toll finden sollte. Bei Schauspielerinnen sah es dann schon anders aus, aber sich einen Reim daraus machen??? Heute sehe ich, dass es immer "Zeichen", eindeutige Merkmale gab, dass ich Frauen mehr als das sah, als es bei heterosexuellen Frauen der Fall war und ist. Der Prozess dauerte zwei Beziehungen mit Männern, eine davon langjährig. Ich will nicht bestreiten, diesen Mann nie geliebt zu haben. Damit würde ich mich selbst belügen und etwas verleugnen, was doch gewesen ist. Ich liebte ihn, aus tiefstem Herzen und heute noch schätze ich mich glücklich, ihn als guten Freund bezeichnen zu können. Sich auf jemanden verlassen zu können, der einen von Innen und Außen kennt; das weiß ich von Ihm und bin dankbar, dass wir uns noch immer verstehen.
 
 Dass ich..."anders" bin, stellte ich nach vielen Spaßflirts und Neckerein Pfingsten 2009 fest. Ich verknallte mich...unsterblich...in eine Frau. Ich wusste von ihr, dass sie lesbisch ist, war fasziniert davon, jemanden kennenzulernen, der sich so für das eigene Geschlecht interessiert. Ich fragte mich in diese "neue Welt" hinein, lernte mehr dazu, erfuhr Dinge...und war auf einmal mitten in ihr. Ich spürte auf einmal mehr, hatte dieses Flattern im Bauch...und war zutiefst beunruhigt darüber. Noch beunruhigter wurde Ich, als ich mich damals nicht freute, meinen Freund am Bahnhof zu sehen...Eine Zeit des Umbruchs begann in mir...
 
Und heute...habe ich mich gefunden. Ich akzeptiere, dass ich einfach den Menschen liebe, seinen Charakter. Es ist mir egal, ob es sich dabei um einen Mann oder eine Frau handelt. Ich liebe den Menschen, seine Seele, seinen Charakter. Seine Stärken und Schwächen, sein ganzes Dasein. In der Szenesprache würde man dazu queer sagen, denke Ich.
 
 Ich wüsste nicht, warum man sich schämen sollte. Der Mensch ist dazu da, um sein Gegenstück zu finden. Niemand behauptet, dass dies nur durch Mann und Frau möglich sei. Seelenverwandtschaft findet sich durch die Seele, nicht den Körper. Sehr philosophisch, ja, vielleicht... Und trotzdem auch passend. Es ist wichtig, mit sich selbst zufrieden zu sein und jedem seinen Raum zu geben.
 
Deswegen zeigt Respekt, nehmt jedes Lieben und Leben als alltäglich und entspannt euch. Toleranz, Geduld und Akzeptanz ist etwas, was uns alle weiterbringt und irgendwann dafür sorgt, dass es in jedem Kindergarten Kinder mit schwulen oder lesbischen Eltern gibt. Dass in jedem Verein die Eltern aus zwei Mamas oder Papas bestehen und dass selbst der Chef aus der Stahlindustrie ohne Imageprobleme sich outen kann. Verurteilt nichts, nur weil ihr es als fremd empfindet....so fremd ist es nämlich nicht. Ihr habt doch auch Sex...oder???

 


Lasst mich nur machen, das ist alles, worum ich bitte: dann werdet ihr sehen, was ich kann. (Anne Bronte)

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